Studieren in Gold Coast - Studium in Queensland - Auslandsstudium in Australien

Auslandsstudium in Australien

Bond University - Universität in Gold Coast
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Institut Ranke-Heinemann

 

Erfahrungsberichte - Bond University / Australien


Janine Richei: Business Administration [9/2008 - 1/2009]
Nicolaus Spies: Information Management [9/2006 - 12/2006]
Thomas Weihmann: International Business [1/2006 - 5/2006]

Erfahrungsbericht - Janine Richei



Bond University September Semester 2008

Bereits als in Frankfurt in den Flieger stieg, wurde ich direkt mit der australischen Freundlichkeit konfrontiert. Ich flog mit Qantas, der größten australischen Fluggesellschaft. Super Service und freundliche Stewardessen machten den ersten Kontakt mit Australien direkt zu einem Erlebnis. Nach einer Zwischenlandung in Singapur kam ich zuerst in Sydney an, um dort meinen Anschlussflug nach Brisbane zu erreichen. Vor Einreise musste ich bereits im Flugzeug alles deklarieren, sprich angeben, wo man sich vorher aufgehalten hat, ob irgendwelche Krankheitsgefahren bestehen, ob man Lebensmittel einführt usw. Ich empfehle nichts einzuführen, da die Spürhunde alles wittern, was nur im Entferntesten nach Lebensmitteln riecht. Das meiste ist sowieso verboten. So darf man zum Beispiel auch keine Äpfel oder Ähnliches ins Land einführen. Australier sind da sehr genau und lassen nicht jeden in ihr Land rein, da sie quasi auf einer Insel Leben und sich Gefahren von Overseas vom Hals halten wollen.

Nach dem etwas stressigen Einreiseprozess und einem verspäteten Anschlussflug in Sydney, wurden wir von einem über die Bond University gebuchten Shuttle nach Surfers Paradise gefahren, wo wir uns für die ersten Tage in einem Hostel niederließen. Meine Begleitung habe ich auch über das Institut Ranke-Heinemann kennengelernt. Kaum angekommen, begannen wir mit der Wohnungssuche. Da wir abenteuerlustig waren, wollten wir das auf eigene Faust machen und mit richtigen Australiern in einer WG wohnen. Gesagt, getan. Nach 3 Tagen hatten wir beide einen Platz in einer australischen WG. Ich empfehle die Suche über easyroommate.com.au. Da lernt man auch Leute kennen, die zwar ihr Zimmer schon vergeben haben, dich aber trotzdem zu einem Drink mit Freunden einladen. Was am Anfang komisch ist wird schnell normal und man vermisst es, wenn man zurück in Deutschland ist. Auch beim Busfahren, im Geschäft, am Schalter oder wo auch immer werden Gespräche angefangen. Jeder fragt dich „ How is it going? “, "How was your day today“ oder "What are you shopping for?” Man kann sich auch wirklich nett mit den Leuten unterhalten.

Ich bin dann in eine WG in Burleigh Waters gezogen, die wirklich nur ein paar Minuten vom Strand weg war. Auch hier kam wieder die australische Gastfreundlichkeit zum tragen. Sie fuhren mich, holten mich ab, riefen bei Regen an, wo ich bin und ob sie mir helfen könnten und integrierten mich in ihren Freundeskreis. Leider habe ich die Entfernung zur Bond unterschätzt und auch nicht bedacht, dass - wie sich später rausstellte - das ganze Leben an der Uni stattfand. Ich war viel zu lange mit Bus und Fahrrad unterwegs, um alle Vorzüge dieser wunderbaren Uni nutzen zu können. Nach einem Monat hatte ich dann das Glück noch einen Platz in den Varsity Shores (super Wohnanlage mit zwei Pools und Whirlpool) zu ergattern, zu meinem Glück auch noch in einer WG mit Australiern. Ich empfehle jedem so nah wie möglich an die Uni ranzuziehen, da sich an der Bond wirklich alles am und um den Campus abspielt. Genügend Wohnmöglichkeiten sind auf jeden Fall vorhanden. Die Bond hilft auch hier gern bei der Vermittlung und berücksichtigt auch spezielle Wünsche hinsichtlich Mitbewohnern, Zimmergröße und eigenem Bad.

Nun zur Uni. Die Bond University ist die schönste Uni, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Sauber, ein See in der Mitte, Cafés, Fitnessstudio (for free), super viele Kursangebote, kleine Klassen, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe - alles, was das Herz begehrt. Man sitzt in den großen Lecture Sälen eher wie in einem Flugzeug, nur mit mehr Beinfreiheit. Ein Vorteil für uns Deutsche ist es, dass es dort Trimester gibt und wir ohne Verlust von einem weiteren Semester schön in unserem Studienplan weitermachen können. Die Study Abroad- Beauftragten helfen bei allen Fragen und sind sehr freundlich. Was mich am Anfang ein bisschen verwunderte, war, dass alle Lehrpersonen mit Vornamen angesprochen werden, die bei dir natürlich dasselbe tun. Ich hatte mich aber schnell daran gewöhnt und an dem sehr persönlichen Verhältnis, auch durch die kleinen Kurse bedingt, schnell Gefallen gefunden. Der Lehrstyle ist viel praktischer, man hat viele Referate zu halten und Assignments zu schreiben, aber somit ist man immer nah am Thema und es macht wirklich Spaß.

Die Bond University ist bekannt für ihre zahlreichen Parties, dem sie auch gerne mit Aushängen wie “Bondies love to party“ oder ähnlichem Ausdruck verleiht. Bereits beim Kennenlernbarbecue am Sonntag vor der O-week (Orientation Week) habe ich super viele nette Leute aus allen nur vorstellbaren Nationen kennengelernt: Chile, Amerika, Finnland, Norwegen, Frankreich und Südafrika sind nur einige Beispiele. Zu Anfang der O-week kann man ein party package erwerben, in dem tolle Bond Artikel (Shirts usw.) sowie Eintrittskarten zu den in der ersten Woche täglich stattfindenden Events vorhanden sind. Man sollte das nutzen, da sich in der ersten Woche die meisten Kontakte ergeben. Immer wieder gibt es Events und Parties, die meist unter einem Motto laufen, man sollte sich wirklich anschließen. Wenn man normal gekleidet auf einer Mottoparty auftaucht wird man eher zum Gespött, als wenn man etwas total Beklopptes anzieht. Besondere Highlights sind: Drink the Pub dry, Pubcrawl, Secret Location Party (letztes Semester im Big Brother House), Students Ball, Whitehouse Party und End of Semester Bash, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Es ist ratsam sich früh genug für Tickets anzustellen, da diese immer schneller weg sind, als man gucken kann.

Ich hatte das Glück in der Zeit des Bondstock Festivals dort zu sein. Ein einwöchiges Festival, das einmal im Jahr stattfindet mit vielen Events, Parties und Konzerten. Dieses Jahr traten sogar die Potbelleez auf. Dienstags geht man ins CBD und donnerstags ins Don’s, wo jede Woche Lifemusik gespielt wird und man danach mit einem Bus zur Partymeile nach Surfers Paradise gekarrt wird.

An den Wochenenden bleibt dann genug Zeit für diverse Reisen. Ich selbst habe während des Studiums Byron Bay, Whitsunday Island, Fraser Island und Brisbane besucht. Alles sehr sehenswert. Weitere australische Großevents wie Indy (Autorennen in Surfers Paradise) und Melbourne Cup (Pferderennen), sollte man nach Möglichkeit nicht verpassen, da dies typisch australische Großereignisse sind, bei denen sich die Australier auch mal inoffiziell einen „day off“ gönnen und bereits Mittags tief ins Glas schauen ;). Die Australier lieben Barbecue und Alkohol. Allerdings ist es verboten öffentlich Alkohol zu konsumieren. Aus diesem Grund werden Flaschen nur in undurchsichtigen Papiertüten verkauft.

Nach meinem Studium galt mein Visum noch einen Monat, was ich mit meinen in Australien neu gewonnen Freunden zum Reisen nutzte. Melbourne, Great Ocean Road, Adelaide und Sydney sind Wahnsinn. Wer hat noch nicht davon geträumt, an Weihnachten am Strand zu liegen und Silvester im T-Shirt draußen zu feiern? Was mir auf meinen Reisen besonders auffiel, war die Hilfsbereitschaft der Australier. Man muss nur verloren aussehen und selbst Menschen in Businessoutfits, die doch normalerweise immer sehr in Eile sind, bleiben stehen und fragen, ob sie helfen können. Die Australier kommen auf einen zu und wollen immer helfen. In Deutschland muss man sich diese Hilfe erst erfragen und kann sich nie sicher sein, ob man sie dann auch bekommt. Eine weitere Eigenart der Australier ist ihr Humor. Sie sind wirklich sehr sarkastisch und andere Kulturen können das oft falsch verstehen.

Insgesamt muss ich sagen, dass dies die beste Zeit meines Lebens war. Ich habe so viele spektakuläre Dinge sehen dürfen. Die australische Landschaft ist der absolute Wahnsinn. Ich habe mich menschlich weiterentwickelt, habe viele neue Freunde gefunden und mein Englisch sehr verbessert. Ich kann jedem nur empfehlen, dieses Land als Studienort zu wählen und wenn möglich die Bond University sehr ans Herz legen. Hier studiert man wirklich im Paradies.

Bond University - Study in Paradise


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Erfahrungsbericht - Nicolaus Spies



Planung

Schon vor dem Beginn des Masterstudiums in Information Management an der Universität Koblenz, welches einen Auslandsaufenthalt von mindestens einem Semester im Curriculum vorschreibt, hatte ich davon geträumt, einen längeren Zeitraum in Australien zu verbringen. Bereits bei der Entscheidung, Ende der 90er Jahre ein High-School Jahr im Ausland zu verbringen, hatte ich zwischen Australien und den USA entschieden. Da ich mich damals für die Vereinigten Staaten entschied, stand mein Wunschziel für den Studienaufenthalt schnell fest. Verstärkt wurde dieses Vorhaben durch die interessante wirtschaftliche Konfiguration Australiens, über die ich während des Bachelorstudiums mehrfach gestolpert war. Das Land besitzt einen ausgeprägten Gründergeist, was sich in zahlreichen Unternehmensgründungen in der von Dienstleistungen dominierten Wirtschaft abzeichnet.
Für die Bond University entschied ich mich, weil sie in mehrfacher Hinsicht meine Kriterien erfüllte: Sie beherbergt einen Fachbereich („Business, IT and Sustainable Development“), der ähnlich dem an meiner Heimathochschule fächerübergreifend forscht und lehrt. Es ist eine kleine Universität, die ein hervorragendes Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten erlaubt, und der Semesterplan passt nahtlos mit dem deutschen zusammen, was eine volle Studienintegration erleichtert. Schließlich ist auch die Lage an der sonnenverwöhnten Gold Coast mit einem der schönsten Küstenabschnitte Australiens und spektakulären Surf-Stränden eine Attraktion.
Auf der Messe der australischen und neuseeländischen Hochschulen in Köln, die jedes Jahr an mehreren Hochschulstandorten vom Institut Ranke-Heinemann veranstaltet wird, hatte ich Gelegenheit, ein erstes Gespräch mit einem Vertreter der Bond University zu führen. Die Bewerbung um einen Studienplatz richtete ich später direkt an das Institut Ranke-Heinemann, das sich um die Korrespondenz zwischen Deutschland und der australischen Hochschule kümmerte. Das ist eine große Erleichterung für den Bewerber, da er seine Unterlagen so nur an eine deutsche Adresse senden muss, und die Korrespondenzwege werden erheblich verkürzt, da die Kommunikation zwischen dem Institut und der Hochschule überwiegend elektronisch abgewickelt wird. Ich wurde vom Institut Ranke-Heinemann stets schnell und mit großer Freundlichkeit betreut und kann diesen Weg der Bewerbung sehr empfehlen. Ebenfalls über Ranke-Heinemann bewarb ich mich für das „Bond University Study Abroad Scholarship“, das regelmäßig für das Herbst-Semester ausgeschrieben wird. Stipendiengeber ist die Bond University selbst, eine Bewerbung ist nur über Ranke-Heinemann in Verbindung mit einer Studienplatzbewerbung möglich.

Vorbereitung

Durch meine Erfahrungen in anderen angelsächsischen Ländern (USA & UK) fühlte ich mich auf kulturelle Unterschiede ausreichend vorbereitet, der englischen Sprache war ich bereits in einem Maße mächtig, die mich auf zusätzliche Kurse verzichten ließ.
Das Studentenvisum kann für Australien sofort nach Annahme eines angebotenen Studienplatzes („Confirmation of Enrolment“) online beim „Department of Immigration and Citizenship“ beantragt werden und wird innerhalb von 48 Stunden elektronisch bereitgestellt, weitere Schritte sind nicht nötig.
Auf der Webseite für Study Abroad Studenten bietet die Bond University ausführliche Hilfe für das Finden einer Wohnung an, es besteht die Möglichkeit zwischen einem Zimmer auf dem Campus oder der Teilung eines Appartments mit weiteren Studenten außerhalb des Campus zu wählen. Da in den Campuszimmern keine Kochmöglichkeit besteht und man mit dem Mietvertrag ein Kontingent an Mahlzeiten für die Verpflegungsbetriebe auf dem Campus kaufen muss, entschied ich mich für eine WG außerhalb des Campus. Es gibt zahlreiche Angebote rund um den Campus in wenigen Gehminuten Distanz, die Erfahrung früherer Austauschstudenten ließ mich Varsity Shores wählen, was ich als Unterkunft sehr empfehlen kann.
Die Immatrikulation an der Bond University beinhaltet für internationale Studenten eine Auslandskrankenversicherung (Overseas Health Cover), die für 100 € erworben werden muss.

Situation in Australien

Die Auswahl von und das Einschreiben für Kurse war an der Bond University unkompliziert, fast alle angebotenen Kurse sind für internationale Studenten zugänglich und an der Heimathochschule erbrachte Vorleistungen werden anerkannt. Auf der Study Abroad Webseite informiert die Hochschule über das australische Punktesystem und wie es sich in die Systeme anderer Länder (bspw. ECTS für Europa) konvertieren lässt.
Das Lehrangebot war für meinen Fachbereich groß und unterteilte sich in einen „Undergraduate“- (Bachelor) und „Postgraduate“-Bereich (Master), vereinzelte Veranstaltungen werden für beide Bereiche angeboten. Das Anspruchsniveau ist für Postgraduate-Kurse deutlich höher, hier wird der Schwerpunkt auf den Erfahrungsaustausch der Teilnehmer und die gemeinsame Analyse komplexer Sachverhalte sowie die Entwicklung entsprechender Lösungsalternativen gelegt. Ich empfehle den Besuch von Veranstaltungen analog zum eigenen Studienfortschritt, da man sich sonst stark unter- bzw. überfordert fühlen kann. Im angelsächsischen Hochschulsystem wird generell mit mehr Präsenzpflicht und interaktiven Elementen in Form von Aufsätzen, Workshops und Präsentationen gearbeitet.
Die Lebenshaltungskosten an der Gold Coast unterscheiden sich im Gegensatz zu den australischen Metropolregionen (Sydney, Melbourne) nur unwesentlich von denen in Deutschland, manche Produkte sind etwas teurer, andere etwas billiger.
In Form von „Clubs“ bietet die Bond University ein großes Angebot an kulturellen und sportlichen Angeboten, das auch den internationalen Studenten offen steht. Ich selbst war im Surf Club, dem Soccer Club und dem AFL Club (Aussie Rules Football, eine rein australische Sportart, die sich aus Elementen von Rugby, Fußball und American Football zusammensetzt) aktiv. Soziale Kontakte zu Studenten aus aller Welt aufzubauen ist sehr leicht, denn gut die Hälfte der Studentenschaft kommt nicht aus Australien. Australier kennen zu lernen, die keine Studenten sind, ist sehr schwierig, wenn man auf dem Campus lebt. Außerhalb des Campus ist es jedoch einfach, mit den Nachbarn in Kontakt zu treten und so einen Einblick in das „normale“ australische Leben zu bekommen.

Situation nach der Rückkehr

Die Anerkennung der in Australien erbrachten Studienleistungen an meiner Heimathochschule war unproblematisch, was ich bereits im Vorfeld geklärt hatte. Von anderen internationalen Studenten habe ich auch Gegensätzliches gehört, es hängt also stark vom jeweiligen Prüfungsamt und den Absprachen vor Antritt des Auslandsaufenthaltes ab.
Für meine akademische Ausbildung war der angelsächsische Hochschulansatz vor allem im Postgraduate-Bereich mit seinem fallstudiengetriebenen Vorgehen und einem größeren Schwerpunkt auf Vermittlung von Unternehmergeist ein interessanter Einfluss, der mir den Strategie-Gedanken näher gebracht hat als Veranstaltungen an der Heimathochschule.
Interessant war auch, ein Wirtschaftssystem kennen zu lernen, das zu 80 % auf Dienstleistungen beruht und in der die Arbeitnehmer wesentlich häufiger die Stelle und auch den Beruf wechseln, als in Mitteleuropa üblich. Der stark ausgeprägte Gründergeist ist in Australien unter anderem ein Phänomen, das auf die wechselhafte Nachfrage nach Dienstleistungen und den Mangel an Beschäftigungsalternativen in der Industrie zurückzuführen ist.
Die australische Kultur ist der deutschen in vielen Aspekten sehr ähnlich, in anderen total verschieden. So ist es in Australien beispielsweise verpönt, ehrlichen Erfolg zur Schau zu stellen, das so genannte „Tall Puppy Syndrome“. Erfolgreiche Geschäftsleute bemühen sich daher, ihren Erfolg und ihren Reichtum herunterzuspielen, eine Ausnahme bilden lediglich Spitzensportler und einige wenige Künstler.

Mit dem Verlauf meines Aufenthaltes in Australien bin ich sehr glücklich, und ich bin froh mich für diesen Ort, diese Hochschule und diesen Zeitpunkt entschieden zu haben.




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Erfahrungsbericht - Thomas Weihmann



Auslandssemester BOND UNIVERSITY



I. WARUM AUSTRALIEN – BOND UNIVERSITY

Dass ich die Chance für ein Auslandssemester nutzen werde, stand für mich von Beginn des Studiums an fest. Allerdings war ich mir zu Beginn nicht sicher wohin es dabei gehen sollte. Da ich 2000 – 2001 bereits als Austauschschüler in den USA gewesen bin und die meisten Regionen während dieses Aufenthalts bereits kennen gelernt hatte, lockte mich das Land nicht mehr so sehr. Als weiteren Aspekt bezog ich meine Fremdsprachenkenntnisse in die Entscheidungsfindung ein. Da ich Französisch vor 6 Jahren zum letzten Mal in der Schule hatte und daher auch nur noch über Grundkenntnisse verfüge, traute ich mir nicht wirklich den Schritt an eine französische Universität zu. Letztendlich musste ich mich also doch an englischsprachigen Ländern orientieren. Durch Zufall stieß ich auf die Institution Ranke Heinemann, welche alle Australischen und Neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertritt. Ranke Heinemann bietet einen kostenlosen Service zur Vermittlung an die Universitäten, wickelt die gesamte Korrespondenz zwischen Student und Universität ab und bereitet einen auf idealem Weg auf das Auslandssemester oder gar ein komplettes Studium vor. Ich kann die Institution nur wärmstens empfehlen, da sie mir die Zulassung an allen drei Universitäten ermöglichte, an denen ich mich beworben hatte: University of Queensland, Griffith University und die Bond University. Meine Wahl fiel schließlich aus verschiedenen Gründen auf die Bond University. Zunächst einmal ist diese Universität mit ihren nur 2,500 Studenten eine kleine, private Universität. Des Weiteren genießt sie einen sehr guten Ruf, wie ich durch Internetrecherche erfuhr. Zu guter letzt liegt sie nur ca. 4 km vom Strand entfernt, was natürlich zum Lernausgleich sehr angenehm ist und was ich in meiner Freizeit auch oft zum Joggen zu meinem Vorteil nutzte.

Die Bond University ist keine Universität für Secret Agents - daran dachten zumindest einige Freunde in meinem Bekanntenkreis nachdem sie BOND hörten - sondern die erste private non-profit Universität von Australien. Die Universität wurde 1989 von dem gleichnamigen Unternehmer gegründet der durch den Gewinn des America’s Cup zum National Helden Australiens wurde. Aufgrund von illegalen Geschäften wurde er 1996 verhaftet. Die Universität wurde daraufhin an ein japanisches Konsortium verkauft, welches die Universität kurze Zeit später wiederum an eine Gesellschaft der Bond University selbst verkaufte.

Die Bond University liegt in herrlicher Lage an der südlichen Gold Coast (Robina) Queensland, ca. 20 km von Surfers Paradise entfernt und ca. eine Stunde südlich vom nächsten großen internationalen Flughafen Brisbane. Vom Flughafen kann man Robina ideal mit dem Zug oder Bus erreichen und mit Vorlage einer Student ID bekommt man bei der Bahnfahrt sogar 50% Ermäßigung.

Die Universität ist relativ jung verglichen mit europäischen Universitäten, dennoch genießt sie einen hervorragenden Ruf und ist vorbildlich ausgestattet. Die Universität hat in Australien das beste Professoren – Studenten Verhältnis und Absolventen der Bond erhalten durchschnittlich das höchste Einstiegsgehalt in Down Under.



II. UNTERKUNFT

Bezüglich der Unterkunft muss ich zugeben, dass ich sehr viel Glück hatte. Zuerst wollte ich eine der On Campus Unterbringungen nutzen, die sich zwar direkt auf dem Campus befinden jedoch sehr klein sind. Durch Glück stieß ich im Internet auf die Seite von Varsity Shores, einer privaten Wohnanlage die nur ca. 5 Gehminuten von der Universität entfernt liegt. Die Anlage bietet vier verschiedene Häusertypen mit unterschiedlich hoher Zimmerzahl und Ausstattung. Preislich unterscheidet sich Varsity Shores und die On Campus Unterbringung nicht. Allerdings steht einem in Varsity Shores neben einem Schlafzimmer mit Schreibtisch auch noch ein Wohnzimmer, Küche, Terrasse, Garten und Balkon sowie Waschküche mit Waschmaschine und Trockner zur Verfügung. Wenn man sich das Badezimmer nicht mit einem anderen Hausbewohner teilen möchte, stehen wahlweise auch Zimmer mit eigenem Bad zur Verfügung. Die Häuser sind sehr gut ausgestattet, in etwa vergleichbar mit Ferienwohnungen. Darüber hinaus bietet die Anlage einen BBQ Platz, zwei Pools, Whirlpool und ein kleines Fitnesscenter. Nach zwei Monaten öffneten mir Freunde, die aus Deutschland zu Besuch kamen, erst mal wieder die Augen und meinten dass ich hier wie im Paradies leben würde. Die Anlage ist wirklich herrlich. Wer sich allerdings dafür entscheiden sollte, muss damit rechnen, dass es bei Endabnahme Probleme mit der Erstattung der Kaution geben kann, die garantiert nicht mehr in voller Höhe ausgezahlt wird.


III. EINFÜHRUNGSWOCHE - FÄCHERWAHL UND BELEGUNG

Das Semester fing an mit der BOND WEEK, die Einführungswoche in der man über alle Essentials aufgeklärt wird. Da die Universität von einem großem See umgeben ist, soll schon mancher Student auf die Idee gekommen sein darin schwimmen zu gehen. Der Direktor warnte uns aber gleich zu Beginn eindringlich davor, da teilweise Bull sharks darin zu finden seien. Erst vor 2 Jahren ist ein Student dadurch ums Leben gekommen, nachdem er mit einem Freund auf dem Rückweg von einer Party nach Abkühlung suchte. Dass dies kein Gerücht ist bestätigten mir Nachbarn, die die Geschichte damals auch miterlebt hatten. Viele der Seen in der Umgebung sind durch Kanäle mit dem Meer verbunden, in welchen häufig Bull sharks, eine der aggressivsten Haiarten, zu finden sind.

Bezüglich der Fächerwahl kann ich nur empfehlen sich so früh wie möglich für die jeweiligen Kurse einzutragen was schon vor Semesterbeginn online möglich ist, über die Homepage der Bond University. Dies ist von Vorteil, da die Anzahl der Studenten pro Kurs begrenzt ist.


IV. DIE FEINEN UNTERSCHIEDE

Der gesamte Ablauf des Studiums war vollkommen anders aufgebaut als von zuhause gewöhnt. Die Vorlesungen fanden nur 2 x 2h pro Kurs die Woche statt. Allerdings sind neben dem Unterricht täglich readings in diversen Büchern und Skripten erforderlich. Generell gibt es zu Semesterhälfte die mid term Prüfungen und am Semesterende die finals. Die Notenzusammensetzung variiert jedoch stark von Kurs zu Kurs.


In den meisten Kursen sind auch Präsentationen von case studies oder Gruppenarbeiten Bestandteil des Unterrichtes. In Human Resource Management war die Beratung einer Firma in Fragen des Personalmanagements und der Einführung bzw. Verbesserung eines Performance Appraisal Systems (Mitarbeiterbeurteilung) Hauptbestandteil des Kurses.
Neben den Prüfungen und Präsentationen wurden auch Anwesenheit und Mitarbeit bewertet die teilweise bis zu 10% in die Gesamtnote eingingen.
Beeindruckend war das enge Verhältnis zwischen Student und Professor und das man jederzeit den Professor per E-Mail oder telefonisch erreichen konnte, selbst problemlos nachts oder am Wochenende.


V. KULTURELLES

Allgemein sei gesagt, dass die Australier ein sehr nettes, freundliches und offenes Volk sind. Es war eine große Freude über den gesamten Zeitraum hinweg und das Image von Deutschen ist auch positiv zu beurteilen. Mit Vorsicht ansprechen sollte man allerdings das Thema der Aborigines. Ich hatte erst am Ende meiner Zeit im Norden Queensland Abos (wie sie auch genannt werden) gesehen, dann aber meist sehr ärmlich und oft betrunken auf der Straße.

Laut Bevölkerungsstatistiken tragen sie heute zu weniger als einem Prozent der Gesamtbevölkerung bei und leben meist unterhalb der Armutsgrenze. Daher reden die meisten Australier recht negativ über sie, anstatt den Reichtum an deren Kultur zu bewundern.

Sprachlich gibt es auch gewisse Unterschiede wie z.B. das Ketchup als Tomato Sauce im australischen Englisch bezeichnet wird, ein BBQ kurz als Barbie und Flip Flops als Thongs, womit die meisten Amerikaner ihre Freude hatten.


VI. AUSTRALIEN REISEFIEBER

Entfernungen in Australien sind bei weitem nicht mit denen von Europa oder gar Deutschland zu vergleichen. Australien ist ca. 22 Mal so groß wie Deutschland und erstreckt sich über 3,700 km von Norden nach Süden und über 4,000 km von Westen nach Osten, wobei jedoch hauptsächlich die Küstenregionen bewohnt sind.
Inlandsflüge sind preislich erschwinglich mit Virgin Blue und anderen Anbietern und laden zu schönen Ausflügen selbst übers Wochenende in Metropolen wie Sydney und Melbourne ein. Ein Muss während der Zeit an der Bond University ist auf alle Fälle ein Besuch von Byron Bay. Das kleine Städtchen das neben seiner Hippie Kommune auch für den schönen Leuchtturm und den östlichsten Punkt Australiens bekannt ist, bietet eine herrliche Bucht zum Baden und Surfen sowie gute Restaurants. Für Tauchinteressierte kann ich auch nur die Julian Rocks empfehlen, die sich vor der Küste befinden. Man hat dort gute Chancen Schildkröten, viele Woobiegong Haie und eventuell auch Delphine zu sehen.
Die Klassiker Whitesundays und Frazer Island sollte man natürlich auch nicht verpassen, obwohl es während des Semesters schwierig wird all dies unter einen Hut zu bekommen. Der Lernaufwand zu Anfang des Semesters sollte nicht unterschätzt werden, da ab Mitte des Semesters selbst an den Wochenenden kaum mehr Zeit war zu verreisen.


Den kleinen „Bonus“ (ich weiß nicht wofür) den ich mir noch gegönnt habe, waren vier Tage auf Fiji, kurz vor den finals. Dort unternahm ich auch einen Segeltörn auf die schönste Insel die ich je gesehen habe: Monuriki Island, die Insel auf der der Film Cast Away mit Tom Hanks gedreht wurde. Fiji liegt nur drei Flugstunden von Brisbane entfernt und, wenn möglich, kann ich einen Kurzurlaub dorthin nur empfehlen, zumal die Flüge sowie Unterbringung auf einer der Inseln günstig sind und einen in traumhafte Südsee Stimmung versetzen.


Dieser Artikel steht auch als PDF Version zur Verfügung (inkl. Bildern).


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Bewerbung

Zuständig für Ihre Bewerbung ist das Institut Ranke-Heinemann.

Semestertermine

Semester 2/2010
Orientation:
10.05.2010 - 14.05.2010
Semesterbeginn:
17.05.2010
Semesterende:
21.08.2010

Semester 3/2010
Orientation:
06.09.2010 - 10.09.2010
Semesterbeginn:
13.09.2010
Semesterende:
18.12.2010

Fakten

Cricos code:
00017B

Anzahl Studierende:
3800

Anzahl ausländische Studierende:
1800

Stadt:
Gold Coast

Bundesstaat:
Queensland

Website:
Bond University

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